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St. Pölten PRIDE 2026: 1.600 Personen demonstrierten für ihre Rechte

Der Verein ST. PRIDE veranstaltete zum fünften Mal die St. Pöltner PRIDE-Parade. Unter dem Motto “5 Jahre Zusammenhalt – und kein Schritt zurück“ zogen 1.600 Personen durch die Straßen der Landeshauptstadt.

“Wir sind überwältigt von dem Zusammenhalt, dem Engagement und vor allem dem unerbittlichen Kampfgeist aller Teilnehmer:innen, die heute mit uns auf die Straße gegangen sind”, so Oskar Beneder, Obmensch von ST. PRIDE. Der Verein veranstaltete am 25. Juli zum fünften Mal die PRIDE-Parade in der Landeshauptstadt. Gemeinsam demonstrierten 1.600 Personen für die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung queerer Menschen.

Unermüdlicher Zusammenhalt

Gemäß dem heurigen Motto “5 Jahre Zusammenhalt – und kein Schritt zurück“ lud Obmensch Beneder zu einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Was als kleiner, queerer Stammtisch begann, wuchs zu einer der größten PRIDES in Niederösterreich.

“Unser Verein hat nicht nur bereits fünf PRIDE-Paraden erfolgreich auf die Beine gestellt, sondern sich fest als Interessensvertretung der queeren Community in Niederösterreich etabliert. Das ist nur durch den unermüdlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Vereinsmitglieder und Helfer:innen möglich – nicht nur zur PRIDE, sondern das ganze Jahr über”, so Beneder.

Sichtbar in unserer Heimat

Queere Menschen erleben in Niederösterreich immer noch Hürden. Manche überlegen sich zweimal, ob sie Händchen halten, ob sie sich outen. Oder sogar, ob sie ihre Heimat verlassen müssen, um einfach sie selbst sein zu können. Das darf nicht die Realität sein. Denn wir möchten nicht aus Niederösterreich weg. Wir möchten hier leben, hier arbeiten, hier Familien gründen. Hier alt werden.

Queere Geschichte wurde nicht nur in großen Metropolen geschrieben. Sie wurde auch hier geschrieben, in Niederösterreich, In St. Pölten. In Wieselburg, Amstetten, Mistelbach, Wiener Neustadt, Baden und an vielen weiteren Orten.

Kein Schritt zurück

Während wir in St. Pölten gemeinsam den Abschluss der PRIDE-Parade feierten, ereignete sich zeitgleich in Berlin ein queerfeindlicher Anschlag. Dabei wurden 29 Menschen teils schwer verletzt. Eine Frau aus Polen erlag ihren Verletzungen.

Der gesamte Vorstand von ST. PRIDE zeigte sich noch am selben Abend zutiefst erschüttert. Das After PRIDE Clubbing wurde für eine Schweigeminute unterbrochen, um der Verstorbenen zu gedenken und Solidarität mit allen Betroffenen auszudrücken.

Auch Vorstandsmitglied Oskar Beneder findet deutliche Worte: „Es hat mich zutiefst erschüttert, wie sehr unser diesjähriges Motto durch diesen Anschlag zusätzlich an Bedeutung und Tragweite gewonnen hat. Unsere Community wird zunehmend bedroht, besonders Trans* Menschen werden immer häufiger zur Zielscheibe politischer Kämpfe. Doch hier geht es um Menschenleben, nicht um Schlagzeilen. Es geht nicht um Sonderrechte oder Privilegien, sondern ganz klar um Menschenrechte. Queere Menschen haben wie alle anderen das Recht, zu leben, zu lieben und frei zu sein. Für uns ist klar – wir gehen keinen Schritt zurück.“

Beneder warnt zugleich davor, den islamistischen Anschlag für rechtsextreme Stimmungsmache zu instrumentalisieren. Menschenfeindlicher Extremismus müsse unabhängig davon bekämpft werden, aus welchem politischen oder religiösen Lager er komme.

Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, den Angehörigen und allen Menschen, die um die Verstorbene trauern. Am 31. Juli findet um 18 Uhr am Rathausplatz in St. Pölten eine Mahnwache statt

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